30 Jahre Städtische Musikschule Rottenburg - Rückblicke

Heute vor... Pressemitteilungen in loser Folge. Sie lesen: Filmmusik, Konzertbericht der Klassen Araiza und Rohrmeier

Jubilogo

Damals - November 2011:

Sang da nicht Norah Jones?

Großes Kino, große Stimmen, flinke Finger

Rottenburg. Es waren zwei Stunden ergreifendster Leinwandszenen, zwei Stunden tiefster Gefühle, zwei Stunden stimmungsvollster (Klang-)Bilder; es war ein Abend voller Filmmusik, gespielt und gesungen von Schülern der Gesangsklasse Vivian Araiza und der Klavierklasse Angelika Rohrmeier der Städtischen Musikschule Rottenburg.

An den Saalwänden hingen große Kinoplakate, auf überdimensionalen Filmstreifen standen die Filme, aus denen die Musik des Abends stammte. Der Streifen war lang. So mit Liebe zum Detail gestaltet wie die Dekoration, so ausgefeilt waren auch die allesamt äußerst hörenswerten musikalischen Beiträge. Vor allem schien die originelle Programmidee, welche die beiden Lehrerinnen hatten, bei den jungen Musikern gezündet zu haben, denn nicht nur im Saal, auch unter den „Musiker-Kollegen“ herrschte beste Stimmung.

Da boten Hannah und Paulina Bergermeier mit ihrem schwungvollen Klavierspiel die perfekte Eröffnung des Abends. Sehnsuchtsvoll und in perfekter Harmonie mit ihrem Pianisten (Thomas Stadler) sang Katharina Schweigard „Over the rainbow“. Da Sophie Neumeier lässig dem Sonnenuntergang entgegen reitend, dort Thomas Stadler mit sonorer Stimme „O Isis und Osiris“ anstimmend. Ob dank Anna Trinkl Pippi Langstrumpfs Takatuka-Land mitten in Niederbayern war, ob Harry Potter, den Susanne Müller geheimnisvoll mit „Hedwig´s Theme“ vorstellte, ob Peter Pan, dessen „kleinen Stern“ Kira Bayes klar leuchten ließ, oder der über Pauline Bergermeiers Tasten lässig schreitende Pink Panther, alle wichtigen Figuren der Kinderfilme waren vertreten. Auch „Rapunzel“, deren Frage „Wann fängt mein Leben an“ Michelle Modjesch ziemlich aufgeweckt singend stellte.

Den Älteren entstieg Miss Marple live dem filigran gewitzten Klavierspiel Rebecca Atzenbecks oder sie fanden sich mit Helena und Sebastian Blümel im kernigen Sound der Südstaaten wieder („Sweet home Alabama“). Während die beiden starken Stimmen Sara Damböcks und Karen Preußl-Dangers den Saal mitgrooven ließen, servierten Vanessa Dietl und Selina Bayes die ganz großen Gefühle aus „Titanic“, Lisa Stadler, mit enorm facettenreicher und ausdruckstarker Stimme, die aus „Hero“.

Mit herber Coolness präsentierte Maximilian Artinger den Entertainer aus dem „Clou“. Der Clou im übertragenen Sinne war jedoch ein Trio, das mit Waschbrett, Kontrabass (Claus Hoenke) und Gesang zunächst urigsten Countrysound (Sebastian Blümel) bot, später dank Pia Melzls voller, zugleich alle Schattierungen abdeckender Stimme, feinsten Jazz a´ la Norah Jones lieferte.

Ebenfalls großen Charme in der Stimme hat Kai Schrembs, der bei „Go to Distance“ von Anna Heidenreich begleitet wurde. Nach Japan („Pearl Harbour“) führten mit sattem, dunklen Timbre Barbara Gumplinger und mit ruhendem Tastenspiel Josne Haag in „One`s Summerday“. Natürlich fehlten nicht die Jugendfilme wie „Hairspray“, aus dem Simone Terbrack „Good Morning“ auch in der Präsentation gekonnt vortrug, „Requiem for a dream“, dessen Titelmusik Victoria Eichinger sehr eindringlich interpretierte, oder der Vampirfilm „Twilight“. Die Musik zu dessen Trailor spielte Laura Pohrer schön fließend, „Bella´s Lullaby“ Thomas Stadler entrückt sphärisch. Es war ein Abend ganz großen Kinos, wie es nach den beeindruckenden Beiträgen der Schulleiter Hartmut Brauß treffend formulierte. Er dankte dafür allen mitwirkenden Schülern und seinen beiden Kolleginnen. So einen Abend gleich zu Schuljahresbeginn ohne große Vorlaufzeit zu gestalten, sei eine besondere Leistung.

 

 

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