Open-Air mit Flair

Nicht zu viel versprochen war die Ankündigung Open-Air mit Flair

Open-Air Volksmusik

Mehr Flair kann ein Freiluftkonzert kaum haben, als wenn, wie vergangenen Samstagabend, an einem lauen Sommerabend im wunderschönen Innenhof der Klinik unterschiedlichste Formationen einen breiten Musikmix präsentieren. Schulleiter Hartmut Brauß dankte der Schlossklinik für die Bereitstellung der Örtlichkeit, dem Förderverein der Musikschule für die Mithilfe und die Pausenbewirtung sowie seiner Kollegin, seinen Kollegen und den Ensemblemitgliedern für die Mitwirkung. Dabei betonte er, dass gerade das Zusammenspiel im Zentrum der pädagogischen Arbeit öffentlicher Musikschulen stehe. Deshalb sei es für kommunal getragene Schulen sogar verpflichtend, Ensembles - und diese kostenfrei- anzubieten, was ein klares Alleinstellungsmerkmal jener Schulen sei.

Davon, dass sich Ensemblearbeit wahrlich lohnt, konnte man sich zwei Stunden lang von acht Ensembles mit gänzlich unterschiedlichen Musikbeiträgen überzeugen lassen. Das Publikum war sichtlich angetan von Programmzusammenstellung und Qualität der Beiträge. Den Anfang machte der um Perkussion und Kontrabass erweiterte „Gitarrenspielkreis+“ Eberhard Iros mit lateinamerikanischen Rhythmen, die in die Beine gingen. Auch Iros Volksmusikensemble beschritt neue Pfade und fusionierte bei argentinischer Volksmusik mit dem Spielkreis.

Zünftig alpenländisch führte das Akkordeonensemble von Hans-Paul Fuss die Zuhörer danach mit den „Tiroler Holzhackerbuab´n“ wieder nach Mitteleuropa, spielte Musik zum Schunkeln und Mitsingen („Rosamunde“). Wolfgang Holler konnte sich erfreuen, dass sein Streichorchester durch Celli und Kontrabass nun nach unten abgerundet wird. Sein Orchester konnte im Innenhof vorzüglich seine Klangfülle entfalten und bot von Telemannkonzert mit schön belebt klingendem Allegrosatz über Strausswalzer voll Wiener Charme bis zum hymnischen Poptitel („You raise me up“) mit Schlagzeugbegleitung für jeden Musikgeschmack etwas.

So spiegelte das Konzert auch die stilistische Bandbreite des Musikschulangebots wider. Nach Klassik, Latin, Folklore und Pop kamen bei den Beiträgen von Sarah Kobers Saxophonquartetts dann auch Jazzfreunde auf ihre Kosten. Fein swingend und mit gefühlvoll dosiertem Ansatz erklangen Gershwin-Nummern wie „I got rhythm“, „Summertime“ oder der Standard „Mac the knife“.

Nach der Pause führte das Volksmusikensemble mit flotten Polkas und Walzer wieder in alpenländische Gefilde, jedoch in zart besaiteter Form, mit Gitarren, Hackbrettern und Kontrabass. Danach interpretierten vier junge Damen von Braußens Querflötenensembles der Trainer Außenstelle der Musikschule mit rhythmischem Gleichmaß und klar artikulierend Musik aus einem Oratorium von G. Fr. Händel. Sie können aber auch anders, wie sie im Anschluss in großer Besetzung und vom Drum set begleitet lässig swingend bei „Let´s swing“ bewiesen.

Es dämmerte schon leicht. Da passten die heimeligen und besinnlichen Beiträge von „Da Reina und da Hans“ und Fussens „Weisenbläsern“ bestens. Einfühlsam begleitete Fuss seinen Sänger beim „Holledauer Heimatlied“ auf dem Akkordeon. Mit der „Zillertalbahn“ ließen die 2 Trompeter und der Tubist der „Weisenbläser“ den Abend schließlich klangprächtig und stimmungsvoll ausklingen